„drawing public space“ – Kunstunterricht im Stadtteil

Dienstag, November 28th 2017 Stadtteilcampus, Uncategorized

Unsere Idee des „Stadtteilcampus“ soll die Bildungseinrichtungen eines Stadtteils mit ihrem Umfeld näher zusammenbringen. Wie dies aussehen kann, durften wir im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK 2017 ausprobieren…

Anfang Oktober war der 15. Bezirk Schauplatz der VIENNA DESIGN WEEK 2017, Österreichs größtes Designfestival. Dabei fand nicht nur eine Vielzahl an Veranstaltungen in unserem Stadtteil statt, sondern auch im Rahmen des Formates „Stadtarbeit“ Projekte vor Ort umgesetzt.  Eine Fachjury fünf Projekte, die besondere gestalterische Qualitäten, aber auch Auswirkungen auf die Menschen in der Umgebung des Projektes haben. Eines dieser Projekte war „drawing public space“ der jungen, italienischen ArchitektInnen-Gruppe ECÒL:

 

ECÒL ist eine Architekturbüro- und Forschungsplattform aus Florenz in Italien, die 2016 von Emanuele Barili, Cosimo Balestri, Olivia Gori und Lorenzo Perri gegründet wurde. Für das „Stadtarbeit“-Format im 15. Bezirk haben sie sich ein besonderes Projekt ausgedacht:  Bei „drawing public space“ – frei übersetzt also „öffentlichen Raum zeichnen“ – wurde mit Hilfe von vielen Kilometern buntem Klebeband für eine Woche ein riesiges geometrisches Muster auf der Asphaltfläche des Schwendermarktes aufgebracht! Ziel des Projektes war es, durch eine einfach umsetzbare, gemeinsame Veränderung des Stadtbildes die Bewohnerinnen und Bewohner der Nachbarschaft näher zusammen zu bringen.

Neben PassantInnen und Menschen vom Schwendermarkt wollte die Gruppe ECÒL auch gezielt Kinder und Jugendliche zum Mitgestalten einladen – und hier kommt „Wir gestalten 15“ ins Spiel! Wir konnten unsere Projektpartnerin – die WMS Kauergasse – natürlich sofort zum Mitmachen begeistern und organisierten den Besuch dreier Klassen an drei Tagen. Für unser Projekt war dies eine willkommene Gelegenheit, unsere Idee des „Stadtteilcampus“  auszuprobieren. Dieser soll die Bildungseinrichtungen eines Stadtteils mit ihrem Umfeld näher zusammenbringen. Die SchülerInnen sollen dabei vom Alltag und vom Stadtteil rund um die Schulen, vor allem aber auch vom Austausch mit den dort tätigen Menschen lernen!

 

Die SchülerInnen der WMS Kauergasse haben mit „drawing public space“ nicht nur abwechslungsreiche Unterrichtsstunden im Freien verbracht. Wie auch im späteren Leben konnten sie in einer Stunde ihr gesammeltes Wissen fächerübergreifend  und mit Alltagsbezug anwenden:

  • Mit den Gästen aus Italien musste eine gemeinsame Sprache zur Verständigung gefunden werden – hier konnte das im Englisch-Unterricht Gelernte ausprobiert werden.
  • Um die geometrischen Muster auf den Boden zu bringen musste gemessen, gerechnet und markiert werden – alles bekannt aus dem Mathematik-Unterricht.
  • Den Umgang mit Cutter, Schere, Klebeband beherrschen die SchülerInnen natürlich schon spielend aus dem Werkunterricht.
  • Das gemeinsame Gestalten des riesigen Musters war eine lebendige, großformatige, auf jeden Fall etwas andere Stunde in Bildnerischer Erziehung!

Das Ergebnis des Projekts konnte sich definitiv sehen lassen und machte aus der grauen Fläche für eine Woche einen bunten, lebendigen Stadtteil-Platz:

Ein tolles Video von ECÒL hat das Entstehen des Projekts gut eingefangen: